Groß-Striffler, Kathrin: cleopatra & fleischsalat

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Verkaufspreis14,00 €

Beschreibung

Kathrin Groß-Striffler
cleopatra & fleischsalat
Erzählungen

200 S., Br., 130 × 200 mm
ISBN 978-3-96311-380-2

Erschienen: Februar 2021


Von der Wahrheit, die hinter den Lebenslügen steckt

Eine Familie schneit in einem Bergdorf ein und wird sich klar darüber, was der Klimawandel für ihre Kinder bedeutet. Eine Lehrerin, die Syrern Deutsch beibringen will, ist hoffnungslos überfordert. Ein bulgarischer Kofferträger wird auf einer griechischen Insel auf subtile Weise von Touristen gedemütigt. Von begrabenen Hoffnungen, unerfüllten Sehnsüchten, von Missverständnissen zwischen Menschen, die in Beziehungen und Zwängen festsitzen, die nicht glücklich, aber auch nicht direkt unglücklich sind, also vom ganz normalen Wahnsinn des täglichen Lebens in all seinen Facetten wie auch von Ausbruchsversuchen, die scheitern, weil sie scheitern müssen, wird hier erzählt. Erschütternd, genau, gekonnt.

Autorin

Kathrin Groß-Striffler, geb. 1955 in Würzburg, lebt in Jena. Nach dem Studium Tätigkeit als Farm Manager in den USA, nach der Rückkehr Lehrerin. Für ihre Romankunst wurde sie mit dem Alfred-Döblin- und dem Marburger Literaturpreis geehrt. Im mdv erschienen ihr Erzählungsband »Eine Tasse Tee« (2017) und ihr Roman »Der arme Poet« (2018). 

Pressestimmen

»Ihre Erzählweise ist gewohnt dicht, manchmal düster und dabei voller Lakonie.«
ekz.bibliotheksservice, 29. April 2021

»Was für ein Titel! In ihrem neuen Buch schaut die Autorin in die unterschiedlichsten Familienkonstellationen, um von unerfüllten Sehnsüchten und Missverständnissen zu erzählen.«
MDR Thüringen Journal, 16. Februar 2021

Interview

Ihr neuer Erzählband hat einen sehr ungewöhnlichen Titel, der sich sofort einprägt. Was steckt dahinter?
Die junge Protagonistin der gleichnamigen Erzählung ist bitter enttäuscht über das Auseinanderklaffen von Realität und Kino, das ihr im Film Cleopatra (mit Liz Taylor) eine Traum- und Wunschwelt verheißt. Wieder zuhause gibt es beim Abendessen Fleischsalat: was für ein Fall aus was für welchen Höhen! Soeben war sie noch Cleopatra gewesen, vom himmlischen Richard Burton leidenschaftlich geliebt - und daheim gibt es dieses Arme-Leute-Essen, und alle sind schlecht drauf. Nein danke.

Sie arbeiteten nach Ihrem Studium zunächst als Farm Manager in den USA, zurück in Deutschland als Lehrerin. Wie kamen Sie zum Schreiben?
Wie ich zum Schreiben kam: Keine Ahnung. Eines Tages war es so weit. Da kam das jüngste meiner vier Kinder in den Kindergarten, und am Gymnnasium Lehrerin sein, so auf Dauer, jeden Tag - das war wie Fleischsalat. Also setzte ich mich hin und schrieb an den nun freien Vormittagen. Erst Erzählungen, dann auch Romane. Schreiben ist für mich die erfüllendste Arbeit überhaupt. Dabei unterrichte ich auch gern und habe das immer getan und tue es auch immer noch, aber nicht hauptberuflich.

Gibt es Bücher und Autor*innen, die Sie besonders geprägt und/oder inspiriert haben?
Bei den Kurzgeschichten sind das Raymond Carver, Ernest Hemingway, Marie Luise Kaschnitz - und viele andere. Bei den Romanen möchte ich Thomas Bernhard erwähnen, Zeruya Shalev, Flaubert,. Und viele viele andere spielen eine Rolle. Jedes gute Buch inspiriert mich auf die eine oder andere Weise. Als letztes habe ich Ocean Vuong gelesen, AUF ERDEN SIND WIR KURZ GRANDIOS. Der Hammer. Bei der Lektüre passiert dann was mit mir. Ich möchte besser werden, besser, besser. Mich noch genauer ausdrücken. Eigenwilligere Bilder finden. Es ist wunderbar, ständig gefordert zu werden! Man ist nie am Ende.