Hattenhorst, Maik: Magdeburg 1933

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Verkaufspreis32,00 €

BESCHREIBUNG

Maik Hattenhorst
Magdeburg 1933
Eine rote Stadt wird braun
Im Auftrag der Landeshauptstadt Magdeburg herausgegeben von Maren Ballerstedt, Peter Petsch und Matthias Puhle
Magdeburger Schriften, Bd. 3
Zugl. Diss., Univ. Magdeburg 2009

384 S., geb., mit s/w-Abb.
ISBN 978-3-89812-775-2

 

Die Wandlung des vormals "roten" Magdeburg in eine "braune" Stadt nach 1933 steht exemplarisch für den gesellschaftlichen Umbruch zwischen Weimarer Republik und NS-Zeit

Am 11. März 1933 machten Nationalsozialisten mit roher Gewalt der Demokratie in Magdeburg ein Ende. Unter dem Beifall Tausender nahmen sie das Rathaus symbolisch in Besitz, wo bisher der späterhin weltberühmte Ernst Reuter gewirkt hatte. Die einstige Stilisierung Magdeburgs als eine „roten Stadt im roten Land“ erwies sich als Illusion.
Die detaillierte Studie geht zunächst der Vorgeschichte der „Machtergreifung“ nach. Im Umfeld der SA entstand seit Mitte der 1920er Jahre eine Subkultur, die den Terror gegen Kommunisten, Sozialdemokraten und jüdische Bürger auf die Straße trug. 1933 ereignete sich nicht Geringeres als eine totalitäre Revolution. Der Euphorie des „Umbruchs“ gaben dabei auch nationalistische Kreise jenseits der NSDAP eine Stimme. Die neuen Machthaber nahmen politische Gegner in Verwaltung und Unternehmen ins Visier, Arbeiterorganisationen wurden verboten, Vereine und Verbände des bürgerlichen Spektrums „gleichgeschaltet“. Als „Volksfeinde“ diffamiert, verloren jüdische Bürger ihre Rechte. Von ihrer Beraubung profitierten wiederum viele. Vermeintliche wirtschaftliche und nationale Erfolge sorgten ohnehin für breiten Optimismus und verschleierten in Verein mit Terror gegen Andersdenkende den Weg in die Katastrophe.

Autor

Maik Hattenhorst, geb. 1972 in Herford, studierte in Bielefeld, Madrid und Halle (Saale) Geschichte, Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaften. Seit 2000 arbeitet er bis heute als Angestellter der Landeshauptstadt Magdeburg für die Stadtbibliothek Magdeburg. Publikationen: Lokal- und regionalhistorische Beiträge, Redaktion der Jubiläumsschrift „Magdeburg. Die Geschichte der Stadt 805–2005“, Dössel 2005.

Pressestimmen

»Mit vielen Details zeichnet Hattenhorst ein plastisches Bild der Ereignisse in Magdeburg. Das Buch hilft, die noch immer beträchtliche Wissenslücke über das damalige Geschehen in der Stadt zu schließen.«
Magdeburger Volksstimme (Wochenend-Magazin), 8. Januar 2011


»In seinem geschichtswissenschaftlichen Buch spürt Maik Hattenhorst Berührungspunkte der Magdeburger Gesellschaft mit der diktatorischen Herrschaft auf, analysiert sozioökonomische, regionale und religiöse Faktoren und zeichnet so ein detailliertes Bild der damaligen Gesellschaft.«
Volksstimme, Magdeburger Lokalanzeiger, 17. Dezember 2010

»Hattenhorst, der zum Thema bereits einen Aufsatz veröffentlicht hatte, intensivierte seine Forschungen und begann mit aufwendiger Quellenarbeit. … In seinem geschichtswissenschaftlichen Buch spürt er Berührungspunkte der Magdeburger Gesellschaft mit der diktatorischen Herrschaft auf, analysiert sozioökonomische, regionale und religiöse Faktoren und zeichnet so ein detailliertes Bild der damaligen Gesellschaft. Akteure werden ebenso benannt wie deren Opfer. Um Erkenntnisse für das Verhältnis von nationalsozialistischen Machthabern und der Bevölkerung zu gewinnen, zieht Hattenhorst außerdem Statistiken hinzu. So interpretiert er beispielsweise Geburtenzahlen und die Anzahl der Eheschließungen in der Stadt. … Die Rolle einzelner Institutionen, etwa die der Evangelischen Kirche, untersucht Hattenhorst ebenso wie konkrete Personen der damaligen Zeitgeschichte. Und fördert so manches Erstaunliche zutage. Etwa im Fall von Fritz Markmann, von 1933 bis 1945 Oberbürgermeister Magdeburgs.«
Alexandra Kunze, Volksstimme vom 17. Dezember 2010