Auerswald, Christina: Magdalene und die Saaleweiber

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Verkaufspreis16,00 €

Beschreibung

Christina Auerswald
Magdalene und die Saaleweiber
Historischer Roman

392 Seiten, Broschur, 135 × 210 mm
ISBN 978-3-95462-928-2

Erschienen: Januar 2018


Wenn Aberglaube droht, eine Liebe zu zerstören

Halle an der Saale im Jahr 1693. Else lügt, doch alle denken, dass sie die Wahrheit sagt! Die Altmagd tut, als ob sie Visionen hätte. Sogar Magdalenes Mann hängt an Elses Lippen. Sieht er nicht, dass alles nur ein Schauspiel aus Berechnung ist? Wie kann er glauben, dass Magdalene zu den Saaleweibern gehört, den zauberkräftigen Frauen, die sich abends am Flussufer treffen und ihre magischen Kräfte aus Tieropfern ziehen? Magdalene kann das Lügenwerk und seine Folgen nicht hinnehmen. Doch dann steht sie in Flammen. Und bald zieht das Geschehen größere Kreise …

Autorin

Christina Auerswald, geb. 1963 in Bitterfeld, 1983–1987 Studium der Volkswirtschaft in Halle (Saale). Sie arbeitet in einem großen Unternehmen und ist dort für einen Dienstleistungsbereich verantwortlich. Heute lebt sie in Remagen/Rheinland-Pfalz, davor 1983–2003 in Halle und 2003–2010 in Landsberg. Im Mitteldeutschen Verlag erschien bereits Magdalenes Geheimnis.

Pressestimmen

»Der Roman ist interessant, flüssig überzeugend (spannend mit vielen originalen Personen und Gegebenheiten verbunden) geschrieben, sodass der Leser viele seiner Erwartungen in diesem Buch wiederfinden wird.«
hallepost.de, 8. März 2018

Interview

Ihr historischer Roman »Magdalene und die Saaleweiber« spielt in Halle an der Saale. Gibt es etwas in dieser Stadt, das Sie konkret zum Schreiben dieses Buches inspiriert hat?
Aber ja! Stücke alter Dokumente, die ich in der Wendezeit gefunden habe, weisen darauf hin, dass Magdalene tatsächlich gelebt hat. Sie muss eine wunderbare Frau gewesen sein. Ich möchte ihr mit meinen Büchern ein Denkmal setzen. Frauen werden in der Geschichtsschreibung selten bedacht, weil ihre Rolle zu ihrer Zeit nicht im Vordergrund stand. Romane können das ändern.

Die beiden Romane »Magdalene und die Saaleweiber« und »Magdalenes Geheimnis« spielen vor gut 300 Jahren. Was fasziniert Sie besonders am Schreiben von historischen Romanen?
Ich finde es sehr wichtig, diese Zeit wirklich zu verstehen. Wenn man einen historischen Roman schreibt, muss man das Lebensgefühl der Zeit begreifen, nicht nur den Stand der Technik, der Gesellschaft und Philosophie. Tief einzutauchen in die Jahre um 1700 bedeutet für mich, die Stadt mit anderen Augen zu sehen. Warum sind die Häuser gerade so gebaut worden und nicht anders? Was war damals neu, was für uns heute alt ist? Welche Sorgen und Nöte haben die Menschen dieser Zeit beherrscht, woran hatten sie Spaß? Ich fand, dass Leid und Freude in denselben Themen lagen wie damals. Es wurde aus den gleichen Gründen geliebt und geneidet, geschwatzt und gelacht. Es sind mehr Menschen früh gestorben, aber man hat genauso um sie gelitten wie wir es heute tun würden. Jeder findet sich in seine Lebensverhältnisse. In 300 Jahren werden uns die Menschen ebenso als historisch begreifen wie wir es heute mit Magdalene tun. Mich fesselt der Gedanke, dass wir wissen sollten, woher wir kommen.

Sie haben in der Vergangenheit bei Ihren Lesungen selbst historische Gewänder getragen. Welche Wirkung hat diese authentische Atmosphäre auf das Publikum?
Es trägt dazu bei, ein Verständnis für die Lebensumstände zu finden. In den kleinen Dingen liegt verborgen, wie sich die Menschen verhalten haben. Wäsche waschen bedeutete, die Unterkleider aufwändig zu reinigen und zu bleichen, aber nicht die Oberkleidung. Sie wurde ausgebürstet und ausgebessert, weil sie wertvoll war und die Stoffe nicht waschbar. Schmuck war den meisten Gesellschaftsschichten untersagt, daher fand man andere Möglichkeiten, sich zu verschönern. Das Haar versteckte man, entweder unter einer Haube oder man steckte es eng an den Kopf. Das hatte hygienische Gründe. Wenn ich das Kleid aus einem Stoff und Schnitt von 1690 trage, kann ich erklären, mit welchen Problemen sich Magdalene als Hausfrau um 1700 herumschlagen musste, wieviel Zeit des Tages allein dafür draufging, die alltäglichen Verrichtungen zu schaffen. Ein buntes und realeres Bild entsteht, als man sich ohne Hilfe machen kann.