Ecker, Christopher: Der Bahnhof von Plön

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Verkaufspreis22,95 €

Beschreibung

Christopher Ecker
Der Bahnhof von Plön
Roman

400 S., geb., 130 x 210 mm
ISBN 978-3-95462-530-7

Erschienen: Januar 2016

 

Nach »Fahlmann« und »Die letzte Kränkung« der neue Roman des Friedrich-Hebbel-Preisträgers 2015

Zusammen mit seinem trollähnlichen Diener haust der anfangs noch namenlose Ich-Erzähler in einem schäbigen New Yorker Apartment und führt dubiose Aufträge für eine Person durch, die sich »der Lotse« nennt. Gegenwärtig soll eine höchst befremdliche Fracht transportiert werden, doch die Arbeit erweist sich als so kraftraubend und sinnentleert, dass der Erzähler beginnt, nicht nur an seiner Aufgabe, sondern auch an sich selbst zu zweifeln. Wer ist er wirklich? Warum ist sein Leben eine Lüge? Und wieso ist er in der Lage, von den USA aus mit der U-Bahn nach Paris, Amsterdam und Kiel zu fahren?
Mit »Der Bahnhof von Plön« legt Christopher Ecker sein bislang kühnstes Buch vor – eine verstörende Tour de Force, die gleichermaßen Zeitanalyse, Entwicklungsroman, spannender Thriller, literarische Fantasy und ein philosophischer Exkurs der düstersten Sorte ist. Im Mittelpunkt des ebenso virtuosen wie doppelbödigen Spiels um Trug und Wirklichkeit steht ein schmerzhafter Selbstfindungsprozess: Wenn wir diejenigen sind, die durch unsere Erinnerungen geformt werden, wer sind wir dann, wenn diese Erinnerungen falsch sind?

AUTOR

Christopher Ecker, geb. 1967 in Saarbrücken, studierte Germanistik und Philosophie. Für sein literarisches Schaffen erhielt er mehrere Preise, zuletzt den Friedrich-­Hebbel-Preis 2015. Ecker lebt und arbeitet in Kiel.

Pressestimmen

»Er verfügt über einen beeindruckenden Wortschatz, der jede Detailschilderung zum Erlebnis macht.«
Moritz Scheper, ZEIT online, 12. August 2016

»Eine rätselhafte, mitunter schockierende, aber niemals langweilige Lektüre.«
Heiko Bichel, Büchermagazin, April/Mai 2016

»Eckers Beschreibungen sind so minutiös wie ein literarisches Splattermovie.«
Andrea Ring, NDR kultur, 11. März 2016

»Das Setting erinnert an einen Roman von Paul Auster.«
Tino Dallmann, MDR Kultur, 25. Juli 2016

»Es ist, um ein Wort von Nietzsche zu variieren, kein Buch. Es ist Dynamit.«
neues deutschland, 15. März 2016

»Möglich ist vieles in diesem Roman, der sich literarischen Zuordnungen gekonnt entzieht – und ganz nebenbei der ambitionierten Science Fiction neue Spielräume eröffnet.« Kai U. Jürgens, Das Science Fiction Jahr 2016

»Ecker gehört zu den sehr wenigen Romandichtern der deutschsprachigen Gegenwart, die sich etwas wagen – und sich selbst wagen. Wir sollten es ihm gleichtun und damit beginnen, in dem wir ihn lesen.«
Alban Nikolai Herbst, Die Dschungel. Anderswelt, Mai 2016


»Ein sehr lesenswerter Roman – vor allem für Denker, Fantasten, Philosophen und Spinner.«
Claudia Peißig, mephisto 97.6, 19. März 2016

»Für Ecker-Fans muss dieses Werk als bisherige Krönung gelten.«
Anne Hahn, WELTEXPRESS, 15. März 2016

»Es lohnt sich, über die Leichenberge zu steigen, die Christopher Ecker uns zumutet und seinen Erzähler umschichten lässt. Das Buch ist großartig.«
Martin Rolshausen, Saarbrücker Zeitung, 19. Mai 2016

»Der Bahnhof von Plön ist ein verwirrendes Spiel mit Trug und Wirklichkeit, ein phantastischer Thriller voller skurriler Geschehnisse und sprachlichem Wortwitz. «
Hermann Urbanek, Geek!Magazin, Juli/August 2016

»Der Bahnhof von Plön enthält Elemente von Krimi, Detektivroman und Film Noir, ist eine Anleitung zur Selbstfindung und philosophische Abhandlung, scheint in einer Zeile ein tragisches Märchen und in der nächsten experimentelle Science-Fiction.«
Silke Feyerabend, Der Albrecht, Juni 2016

»Es ist ein anregendes Buch, in dem alte Gräber auf ungeahnte Tiefen verweisen.«
Sebastian Riemann, belletristik-couch.de, April 2017

Leseprobe

Als ich fünf oder sechs Jahre alt war, schenkten mir meine Pflegeeltern ein Meerschweinchen. Ich erinnere mich noch gut an die Kinderhand, die den Deckel des Käfigs aufklappt, der in der Zimmerecke auf dem grauen Teppich steht. Das Meerschweinchen, das zuvor geschäftig in seinem Häuschen aus Pappe geraschelt hat, scheint die Luft anzuhalten. Die Hand senkt sich in den Käfig, hebt blitzschnell das Häuschen hoch – das Tier duckt sich erschrocken im Licht. Brächte man nun seine Nase nahe an das gesträubte Fell, röche man feuchte, kreatürliche Angst. (…) Als man mir den Umschlag mit den drei Hotelzimmerschlüsseln aushändigte und ich mir nie hätte träumen lassen, irgendwann einmal als Lehrer zu arbeiten, führte ich mein Leben wie dieses plötzlich seines Hauses beraubte Tier. Und ähnlich dem sich schreckensstarr in die Streu duckenden Meerschweinchen versuchte ich, mir niemals anmerken zu lassen, bar jeglichen Schutzes zu sein. Ich war – und bin es vielleicht noch immer – die ohnmächtige Spielfigur gewisser unbarmherziger Kräfte oder Parteien, über die später, sofern mir das gelingt, Genaueres zu berichten sein wird. Und viel mehr als heute war ich, um es pathetisch auszudrücken, ein aus Zeit und Sinn Gefallener (…)