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Apelt, Andreas H.: Ende einer Reise

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Verkaufspreis12,95 €

Andreas H. Apelt
Ende einer Reise
Roman

2. Auflage
208 S., KlBr., 130 x 200 mm
ISBN 978-3-89812-907-7

 

Kafkaesk, gemein und ausgerechnet auf Hiddensee

Hiddensee in einem heißen Sommer, Mitte der achtziger Jahre. Der Hauptheld will gemeinsam mit zwei Freunden auf den Spuren des Nobelpreisträgers Gerhart Hauptmann einen Kurzurlaub auf der idyllischen Ostseeinsel antreten, da die eigentlich ersehnte Reise nach Prag, ohne Angabe von Gründen von der Berliner Volkspolizeibehörde untersagt wird.
Doch der Urlaub der Jugendlichen erweist sich als Odyssee durch den real existierenden Inselsozialismus. Schon bei ihrer Ankunft laufen Claudia, Franklin und der Ich-Erzähler der Staatsmacht in Gestalt des Abschnittsbevollmächtigten Schmidt und eines eifrigen zivilen Ordnungshüters in die Arme.
Die nehmen Anstoß an den verdächtigen Personaldokumenten der Besucher und setzen folgerichtig die vermeintlichen Gesetzesbrecher fest. Doch was sich als selbstverständlicher Akt behördlichen Vorgehens versteht, erweist sich zunehmend als Problem. Die Veranda von Schmidts idyllischem Privathaus muss als Verhörraum, ein alter Bauwagen als Zelle und die einheimische Kneipe – trotz eines Tanzabends – zur Gefangenenversorgung dienen. Über allem scheint ein imaginäres Gesetz zu stehen, welches keiner zu kennen scheint, das aber den Fortgang des Geschehens beseelt.
Was folgt, ist das enge Miteinander von Staatsmacht und Untertanen, die sich nach und nach und dann sogar am FKK-Strand miteinander arrangieren, nachdem eine Überführung der Festgenommenen wegen einer fehlenden Anordnung aus Stralsund oder Berlin nicht erfolgt. Ein unerfülltes, dennoch romantisches Verhältnis zwischen dem Helden und Schmidts Tochter rundet das groteske Spektakel ab.
Dennoch, auch dieser realsozialistische Prozess, der auf einer wahren Begebenheit fußt, strebt unaufhaltsam einem dramatischen Finale zu. Das groteske und kafkaeske Spektakel aus dem DDR-Absurdistan ist eine spannende Urlaubslektüre und mehr …


Andreas H. Apelt, geb. 1958, gelernter Forstfacharbeiter, studierte Geschichte und Germanistik, Arbeit in vielen Berufen, u. a. als Journalist und Publizist; Promotion in Politikwissenschaft. Veröffentlichungen u. a.: „Schneewalzer“ (Roman, 1997); „Berlin-Berlin“ (Prosa 2000); im mdv erschienen die Romane „Schwarzer Herbst“ (2010) und „Sieben Kraniche“ (2011).


»Eine spannende Lektüre.«
Der Medienbrief, 3/4 2013

»Der berühmte Franz Kafka lässt grüßen. Wie in den Texten des modernen Klassikers, in denen die Figuren oftmals seltsam vagen Bedrohungen ausgesetzt sind, ohne dass sie sich irgendeinen Reim darauf machen können, so finden sich auch die Helden des Romans Ende einer Reise in einer kafkaesken Situation wieder. Auf gekonnte Weise führt Andreas H. Apelt vor, wie DDR-Bürger mit Willkür und immenser Einschüchterung in Schach gehalten wurden, wie unverhofft eine neue, widrige Lage eintreten konnte und wie kompliziert es für den Einzelnen war, seine Unschuld nachzuweisen.«
Thomas Völkner, Hamburger Lokalradio, 7. Oktober 2012

»Mit seiner Erzählgabe, die Andreas. H. Apelt bereits in seinem von der Kritik hoch gelobten Roman Schwarzer Herbst, aber auch in seinem Kriminalroman Sieben Kraniche unter Beweis gestellt hat, gelingt es ihm, den Leser auf 200 Seiten in Spannung zu halten, ohne dass etwas, oder besser: weil nichts Entscheidendes geschieht. Ende einer Reise ist eine zu empfehlende Urlaubslektüre über einen Nichturlaub mit überraschendem Ausgang.«
Udo Scheer, Thüringische Landeszeitung, 7. April 2012


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