Hoba, Christine: Die Nelkenfalle

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Verkaufspreis12,95 €

BESCHREIBUNG

Christine Hoba
Die Nelkenfalle
Roman

192 S., Br., 130 x 200 mm
ISBN 978-3-89812-982-4

 

Ein atmosphärischer, phantastischer Roman über eine Zeit, in der man Schutzengel brauchte

Der 8. März 1988 mit den obligatorischen roten Nelken und dem Frauentagsbesäufnis in der verrußten Stadt an der Saale ist nicht irgendein Tag. Brunis Ausreiseantrag wird genehmigt, nun muss sie Hals über Kopf das verhasste Land verlassen. Und der angehende Kunststudent Bernd verliert sich im Labyrinth seines Bildes. Zurück in der »Nelkenfalle« bleibt Diana. Sie kann sich mit den Leuten, die sich an ihren Untergebenen in der Bezirksbuchhandlung schadlos halten, nicht mehr arrangieren. Doch bald fällt die Mauer …

autorin

Christine Hoba, geb. 1961; lebt in Halle; Chemiestudium, Ausbildung zur Buchhändlerin und Bibliotheksassistentin, arbeitet in einer wissenschaftlichen Bibliothek; 2010 Stadtschreiberin der Stadt Halle. Veröffentlichungen von Romanen, Gedichten, Kurzprosa und einem Kinderhörspiel.

Pressestimmen

»Drastisch staffiert Christine Hoba die Stadt, in der sie seit über dreißig Jahren lebt, zum kleinen Welttheater an den Abhängen der Geschichte aus, sie tut das mit einer wuchernden, bildreichen Sprache, aber auch mit den Mitteln von Ironie, perfide gesetztem Irrwitz und Sarkasmus. Es entsteht eine Mischung von Ingrimm und Gelächter, die einen verblüfft zurücklässt.«
André Schinkel, fixpoetry.com, 3. Juni 2013

»Die Nelkenfalle ist eine höchst raffinierte, mit Rückblicken und Ausblicken virtuos angereicherte Montage, die sich erzählerisch einer Art Filmtechnik voller kurzer Umschnitte und Szenenwechsel bedient. Reiz und Dramatik des Buchs beruhen auch darauf, dass sich die Hauptfiguren zu einer Zeit am meisten in der Falle wähnen, als die DDR nur noch eineinhalb Jahre Restlaufzeit hatte. Und überhaupt diese Falle: Da ist der Autorin, die ihren Wende-Roman in ihrem eigenen einstigen Wirkungsfeld, dem Buchhandel, ansiedelt, eine wunderbare Metapher gelungen. Die Nelke als Billig- und Lieblos-Blume steht für die unerträgliche Umarmung und übergriffige Fürsorglichkeit im Osten.«
Detlef Färber, Mitteldeutsche Zeitung, 26. Januar 2013

»Wie dieser lange Tag erzählt ist und wie behutsam Hoba ihr Figurenensemble umeinander schwirren lässt, ist großartig! Nach Die Waldgängerinnen siedelt Christine Hoba wieder einen Roman in der DDR-Zeit an, einfühlsam erzählt und schnörkellos. Die gelernte Buchhändlerin zeichnet ein glaubhaftes Bild der damaligen Gesellschaft anhand des Mikrokosmos Buchhandel und verwebt die Lebensläufe mit dem Stillstand der Gesellschaft. Die Nelkenfalle ist ein komprimiertes, knapp geschnittenes Porträt einer Stadt und nahezu einer Generation ihrer Bewohner. Mit zarten Farben und Episoden zeigt Christine Hoba ohne zu urteilen, wie ernst, gefährdet und doch vertraut und unmittelbar das Leben sein konnte, an einem Frauentag in Halle, DDR. Fazit: Große Erzählkunst! Nachdenkliches Gedenken an ein marodes, versunkenes Land.«
Anne Hahn, Weltexpress, 20. März 2013