Fritz, Michael G.: Das Haus

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Verkaufspreis12,00 €

Beschreibung

Michael G. Fritz
Das Haus
Roman

308 Seiten, geb. mit SchU
ISBN 978-3-89812-435-5

 

Drei Generationen hat das Haus in Zachow erlebt. Geblieben war letztlich nur Großvater Emil Lenz. Als auch dieser stirbt muss sich Anton, der Enkel Emils, des Erbes annehmen – widerwillig, denn er hat ein eigenes ausgefülltes Leben in Berlin mit seiner Frau Ulla und Tochter Sibylle. Aber das Haus beginnt ihn zu fesseln, Kindheitserinnerungen verbinden sich mit ihm, alte Bekanntschaften, Wünsche und Träume. Ist es sein altes, ist es ein neues Leben, das sich ihm auftut? Eins ist sicher: Er muss sich entscheiden.

Autor

Michael G. Fritz, geb. 1953 in Ostberlin, Studium der Tiefbohrtechnik, Exmatrikulation aus politischen Gründen, 1993 rehabilitiert und Zuerkennung des Diploms. Verheiratet, zwei Kinder, lebt als Schriftsteller und Kritiker in Dresden und Berlin. Veröffentlichung von Prosa seit 1980. Übersetzungen einzelner Texte ins Polnische, Rumänische, Englische, Französische und Italienische. Mehr Informationen unter http://www.michaelgfritz.de.

Leseprobe

Übrigens ist sie hübsch, sagt Volker.
Anton zuckt zusammen. Natürlich meint er Irene, es ist klar, dass er Irene meint, und es ist ebenso klar, dass Anton ihm nichts vormachen muss, weshalb auch.
Ich weiß, sagt er nach einer Weile.
Ist es was Ernstes?
Anton führt die Zigarette zum Mund, indem er mit einer Hand die andere hält, zwischen deren Fingern die Zigarette steckt.
Ich dachte, zwischen dir und Ulla ist alles in Ordnung.
Ist es sogar, komisch nicht? Ja, es ist alles in Ordnung zwischen Ulla und mir, ob du es glaubst oder nicht, und er fügt hinzu: Wenn es nur Irene nicht gäbe.
Wenn es Irene nicht gäbe, denkt Anton, das Haus und Emils Beerdigung und Zachow, wenn … Anton hätte die Woche über zufrieden an seinem Reißbrett gestanden, ein neues Projekt begonnen, er wäre mit Walter in seine Kneipe, zu Tom, gegangen und hätte sich auf das Ende der Woche gefreut, um auszuschlafen und Zeit für Sibylle und Ulla zu haben. Alles wäre wirklich in Ordnung gewesen.
– Statt dessen ist es schon soweit, dass er überlegt, ob er sich von Ulla trennt. Wie wäre es ohne sie? Die zwölf Jahre, die gemeinsamen Jahre wären plötzlich abgeschlossen, abgeschlossen wie eine Akte. Und Sibylle? Er wird sie einmal im Monat sehen dürfen, falls er sich gut mit Ulla stellt, zweimal, vielleicht sogar öfter. Er klingelt an seiner Wohnung, die nicht mehr seine ist, aus dem Flur hört er Sibylles Tapsen; es nähert sich rasch, entfernt sich jedoch, weil sie etwas vergessen hat, aber dann strebt sie der Tür zu und öffnet sie. Mit ihren Zöpfen und dem prallgefüllten Campingbeutel, aus dem der Kopf einer Puppe herausschaut, sieht sie unternehmungslustig aus. Hinter ihr erscheint Ulla, sie reicht ihm die Hand und sagt: Um sechs, nicht wieder später.