Bartsch, Wilhelm: Mitteldeutsche Gedichte

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Verkaufspreis16,00 €

Beschreibung

Wilhelm Bartsch
Mitteldeutsche Gedichte

136 S., geb., 13 x 20 cm
ISBN 978-3-89812-762-2

 

Er ist ein dichterischer Grenzgänger, streift mühelos durch Raum und Zeit. In seinem neuen Gedichtband wagt Wilhelm Bartsch eine poetische Weltreise in die Heimat, eine Expedition ins tiefste Innere. Mitteldeutschland – hier hat die deutsche Geschichte ihren Ursprung, hier pocht sein Herz wie schwere Maschinen im Berg.

Autor

Wilhelm Bartsch, geb. 1950, ist seit 1986 freiberuflicher Schriftsteller. Er lebt seit 1976 in Halle (Saale). Wilhelm-Müller-Preis (2007). Veröffentlichung u. a.: »Strich und Faden«, Gedichte (2008).

Pressestimmen

»Bartschs Gedicht findet das Schöne und das Geistreiche dort, wo niemand es vermutet. Er hebt das geistige Flachland der Provinz in die Höhenluft der Mythologie und verwandelt den Dampf des Holzkohlegrills in den berühmten weißen Nebel, der aus den Wiesen wunderbar steiget.«
Ralf Eggers, Thüringer Allgemeine, 15. November 2014

»Die Gedichte von Wilhelm Bartsch sind sprachmächtig in einem intensiven, sich dem Rausch der Sprache fügenden Wortfluss, der sich fast mühelos einzustellen scheint. Immer wieder in Verse gegossen, offenbart sich ein Urgefühl und eine Bodenhaftigkeit des Ausdrucks. Berg- und geologiefachsprachliche Begriffe verschmelzen zu einer sinnlich-anschaulichen Sprache, deren Metaphern ganz individuelle Wort- und Sinnverschmelzungen sind. Aufstrebende Montanindustrie und Dichtung haben eine gemeinsame Wurzel in der Idee von der Anbetung und Verherrlichung der Natur zwischen Bereicherung und Zerstörung ihrer Grundlagen. In die gebrochene Perspektive von Bartsch drängt sich ein herber, bedauernder Zug, ohne Larmoyanz, elegisch-bitter, als suche er in den eigenen Worten Kraft und Trost zum Weitermachen. Keine Schulmeisterei, keine Belehrungen und ein Stück Sprachgeschichte.«
Heinz Weißflog, Signum - Blätter für Literatur und Kritik, Winter 2013

»In sprachmächtigen Gedichten werden die De-Industrialisierung einer Region, die sozialen Verwerfungen, die Umgestaltung einer Landschaft ins Bild gesetzt. Es gibt wohl keinen anderen heutigen deutschen Dichter, der so wie er eine Panorama-Schau von erdkundlicher und geschichtlicher Landschaft bietet. In seiner rhythmisch-kraftvollen und metaphorisch überraschenden Sprache ist er, aus mythischen und historischen Überlieferungen schöpfend, ein Dichter des Erhabenen.«
Neues Deutschland, 7. April 2011

»Beim ersten Durchschauen erscheint das Dichtwerk unzeitgemäß wertvoll, wie durchgoldet mit Heimatgeschichte und ihren Mythen. Beim zweiten Versuch blitzen aus den edlen Zeilen bereits Schandmale der Zeit ins Leserhirn, dann entdeckt er kleine Schweinerein, Frechheiten, lose Reden, gar Geschlechtliches. Es ist nicht nur die Gedichtökonomie, die einiges an Luft lässt für des Lesers Befindlichkeit, es ist vor allem sein swingender Rhythmus, sein unfehlbares Gehör, die den Text tragen und die Zeilen formen in schierem Wohlklang, wie ziseliert.«
Kommune – Politik – Ökonomie, Juni/Juli 2011

»Wilhelm Bartsch kann das spröde Mansfelder Land genauso leidenschaftlich bedichten wie das raue Norwegen. Wir folgen Bartsch in seinen Gedichten durch die Händelstraße in Halle, in der Halloween tobt, erleben den 24. Dezember 2006 vor Christi Geburt auf dem Brocken und wandern mit ihm immer wieder an Mansfelder Halden entlang. Erstaunlich ist der epische Atem, den Wilhelm Bartsch besitzt. Seine Gedichte strotzen nur so von unverbrauchten sprachlichen Bildern. Mit diesem Lyrikband ist der Mann aus der Mark Brandenburg dort angekommen, wo er seit langem zu Hause ist: In Mitteldeutschland.«
Signum – Blätter für Literatur und Kritik, Sommer 2011

»Ergreifend, großartig und rätselhaft schön.«
Mitteldeutsche Zeitung, 13. Dezember 2010

»
Gebrauchte Landschaften, abgelagerte Leben, eine fast physische Hingabe an die Zeugnisse der Vor- in der Mitwelt, der dieser Dichter wie mit einem hochempfindlichen Hörrohr hinterherlauscht: Eben nicht allein den Märchen nach, wohin einst der Dichter Franz Fühmann blickte, sondern immer auch hin zur konkreten sozialen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Geschichte zieht es den Dichter Wilhelm Bartsch. Gegenwart der Vergangenheit, das ist die Richtung dieser Dichtung. Oder fort und hinein in den neuen und nunmehr vierten ganz und gar eigenständigen Lyrikband des in Halle lebenden Dichters, Erzählers und Essayisten, der kürzlich 60 Jahre alt wurde. Ein Buch, das zutreffend und unprätentiös den Titel Mitteldeutsche Gedichte trägt, denn um Mitteldeutschland geht es diesem Autor doch immer, wo er auf 'Braunkohlenbaumwipfelpfaden zwischen keltischem Knacklaut und Gnadenstern Luther' (Mitteldeutsches Triptychon für Uwe Pfeifer) wandelt. Einen Satz des Philosophen Wittgenstein stellt Bartsch als Motto seinem Band voran: 'Um in die Tiefe zu steigen, braucht man nicht weit reisen.' Von einer mansfeldischen 'Halde im Nebel' aus wandert der Leser durch Tage- und Bergbaue, Schlacht- und Rübenfelder, Bruder- und Schwesterschaften im Geiste: Eine Region wird solcherart körperlich und seelisch kartografiert, im Aufschreiben einverleibt. Denn: 'Am Ende ist alle Poesie Übersetzung' (Wasserzeichen mit springendem Einhorn). Das gelingt dort am Besten, wo Bartsch seinem Leser einen weiten, sinnfälligen Gedichtraum eröffnet, durch den dieser unbehelligt von zuweilen doch etwas dicht gesetzten Wortwitz-Pointierungen hindurchschreiten kann. Erfahrung im Raum statt Bedeutung im Maggiwürfel-Format, darum geht es.«
Mitteldeutsche Zeitung vom 11./12. Dezember 2010

»Erstaunlich ist der quasi epische Atem, den der Autor besitzt. Seine Gedichte strotzen nur so von unverbrauchten sprachlichen Bildern. Mit diesem Lyrikband ist der Mann aus der Mark Brandenburg dort angekommen, wo er seit langem zu Hause ist: In Mitteldeutschland, dessen eigentlicher Sänger er bis in die feinsten kultur- und naturgeschichtlichen Verästelungen hinein ist.«
Thüringische Landeszeitung (Weimar), 12. März 2011