Constantin Hoffmann
Ich musste raus. 13 Wege aus der DDR
Fluchtgeschichten
3. Auflage 2010
224 S., geb. mit s/w-Abb.
ISBN 978-3-89812-612-0
Von 1961 bis 1989 galt die innerdeutsche Grenze als die am schärfsten bewachte überhaupt. Für die meisten in der DDR blieb sie eine unüberwindbare, doch einige, die alles daran setzten, in die Freiheit, in den Westen zu gelangen, ließen sie schließlich hinter sich. Manche flüchteten abenteuerlich, einige nahmen es mit den Behörden auf und setzten mit Courage ihre Ausreise durch, andere mussten aus Gefängnissen freigekauft werden.
Hoffmanns Berichte sind beredter Beweis des ungebrochenen Freiheitswillens von ehemaligen und zurückgekehrten Hallensern, vom Tierarzt über den Rechtsmediziner, die Lehrerin, den Krankenpfleger, über den Kellner bis zum Diakon. Sie sind Beweis, dass ein Volk sich seine Rechte nicht auf Dauer vorenthalten lässt und dass es keine allumfassende Unterdrückung geben kann. Sie sind Beweis, dass Widerstand möglich und vonnöten ist.
Die sorgfältig recherchierten und durch zahlreiche Schwarzweißfotos illustrierten Fluchtgeschichten sind authentische und packende Reportagen aus einer Zeit, als echte Freiheit nur durch Mut und Fantasie zu erlangen war. Sie schlagen aber auch den Bogen bis in die Gegenwart und erzählen vom Leben der Protagonisten in der Bundesrepublik bzw. im wiedervereinigten Deutschland.
Der Autor
Constantin Hoffmann, geb. 1956 in Magdeburg, aufgewachsen in einem Pfarrhaus in der DDR, Ausreise in die Bundesrepublik im Jahr 1981. Dort Abitur und Studium zum Diplompolitologen, später als Journalist tätig. Nach dem Mauerfall kehrte er zurück in seine Heimat. Inzwischen arbeitet er als Redakteur beim Mitteldeutschen Rundfunk in Leipzig.
Pressestimmen
»Der Leser nimmt (An-)Teil an Lebenswegen von Menschen, die im wahrsten Sinn des Wortes an ihre Grenzen gestoßen sind, und lernt viel über Zivilcourage in einem autoritären politischen System. Das Buch ist eine Empfehlung.«
Oberösterreichische Nachrichten, 23. Januar 2012
»Hoffmanns Band erfüllt zugleich die Funktion eines kompetenten, hochinteressanten Handbuchs über das Leben in der ehemaligen ›Zone‹ sowie einer teilweisen Analyse der immanenten Mängel dieses durch und durch wahnsinnigen Systems.«
Gießener Anzeiger, 10. Januar 2012
»Hoffmann erzählt ohne jedes Pathos. Dennoch spürt man die Nöte der Menschen, versteht die Gefahren des DDR-Lebens und -systems und kann beginnen, verlässlicher zu beurteilen, wie es diesen Menschen ergangen ist.«
Gießener Anzeiger, 11. November 2011
»Autor Hoffmann war selbst einer, der erfolgreich einen Ausreiseantrag gestellt hatte. Doch nie wird er in seinen Reportagen gehässig. Und er hegt, so wie die anderen auch im Buch, keinen Groll gegen seine Heimat. Zum 50. Jahrestag des Mauerbaus ist dieses Buch jedoch eine gute Warnung vor allzu großer Ostalgie.«
Austria Presse Agentur (APA), 31. Juli 2011
»Spannend und reich an Details berichtet Hoffmann aus den Biografien von Freunden und Bekannten.«
Deutsche Presse-Agentur (dpa)
»Aus den 13 kurzen Geschichten setzt sich für den Leser ein Bild zusammen, aus den Motiven der Einzelnen, aus Zweifeln, Furcht, Wehmut und Glück, aus Staatsmechanismen und den verschiedenen Einstellungen der Gesellschaft in der DDR. Von Ostalgie ist hier nichts zu spüren, von den unterschiedlichen Wegen, die eigene Vergangenheit aufzuarbeiten, hingegen schon. Ich musste raus vermittelt Geschichte in mitreißender Weise und aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Eine lesenswerte Begleitlektüre im Jubiläumsjahr 2009.«
FriedlicheRevolution.de
»Das Spannende an diesem Band sind nicht nur die Geschichten, ist nicht nur, dass die einfühlsamen Porträts mit hoher Akribie und Sachkenntnis geschrieben wurden. Das Spannende daran ist die Tatsache, dass es sich allesamt um Leute handelt, die eins verbindet: Sie stammen aus Halle an der Saale. So wird eine Stadt zum Brennglas der Entwicklung eines Landes, in dem die Ausreise- und Fluchtbewegung der Siebziger- und Achtzigerjahre längst die Mitte der Gesellschaft erreichte. Es gingen Menschen, die jede Illusion verloren hatten. Und die, freilich nicht alle, erst nach 1990 wieder zurückkehrten. Dass Hoffmann es schafft, auch diese Rückkehr mit all ihren Herausforderungen zu schildern und darüber hinaus mit einem Exkurs zu Hintergrund und Dimension der deutsch-deutschen Teilung das Geschehen für jüngere Leser einzuordnen, gibt dieser Publikation einen dauerhaften Wert. Literatur aus der Sicht des DDR-Apparats gibt es in Hülle und Fülle. Literatur aus der Sicht derer, die den Aufbruch wagten, ist bislang rar.«
DeutschlandArchiv, Nr. 3/2009
»Ein aufrührendes Stück Nahvergangenheit.«
Mitteldeutsche Zeitung, 7. März 2009
»Für jemanden, der nicht in der Deutschen Demokratischen Republik gelebt hat – sie nicht einmal besucht hat – ist Constantin Hoffmanns Buch sehr lehrreich.«
literaturkritik.tv, 11. März 2009
»In dem Buch Ich musste raus erzählt Hoffmann 13 Geschichten von Menschen, die ihren Weg aus der DDR fanden, darunter seinen eigenen. Spannend und reich an Details berichtet Hoffmann aus den Biografien von Freunden und Bekannten, allesamt Menschen aus Halle an der Saale. Er beschränkte sich dabei nicht auf die Schilderung von Flucht oder Ausreise. Er lässt Fakten sprechen, damit sich der Leser selbst ein Bild von den reglementierten Zuständen in der DDR machen kann. Außerdem erzählt Hoffmann, wie seine Protagonisten später in der neuen Welt zurechtkamen und wie sie die Deutsche Einheit erlebten.«
dpa auf mz-web.de, 12. März 2009
»In eindringlicher Weise schildert Hoffmann Fluchtgeschichten aus der DDR.«
Mitteldeutsche Zeitung, 20. Mai 2009
»Constantin Hoffmanns Buch verdeutlicht, wie stark die Sehnsucht von DDR-Bürgern nach einem anderen Leben war. Die Angaben über getötete Flüchtlinge schwanken zwischen 600 und 1300. Genauer belegt ist die Anzahl der Gefassten: Zwischen 1961 und 1988 fanden 110 000 Prozesse wegen ungesetzlichen Grenzübertritts statt. Der MDR-Redakteur beschreibt auf ebenso sachliche wie berührende Weise Schicksale, die hinter solchen statistischen Angaben stecken.«
Leipziger Volkszeitung, 22. Mai 2009
»Ein spannendes Buch, das die verklärten Lebensumstände in der DDR ins rechte Licht rückt.«
Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 14. Dezember 2009
Links
Einen Interview-Clip mit Constantin Hoffmann finden Sie auf http://www.literaturkritik.tv/wordpress/
Buchtipps zu ähnlichen Themen sind zu finden auf http://www.mauerfall-berlin.de/
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