Holger Zaunstöck (Hg.)
Das Leben des Fürsten
Studien zur Biografie von Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740-1817)
240 Seiten, 28 x 21 cm, Br., mit Farb- und s/w-Abb.
ISBN 978-3-89812-492-8

Eine moderne Biografie des Fürsten Franz stellt das größte kulturgeschichtliche Desiderat zum Gartenreich Dessau-Wörlitz dar, doch eine substanzielle Biografie ist nicht eben schnell zusammenzuschreiben. Dies würde auf eine pure Kompilation von bereits Bekanntem hinauslaufen. In Zukunft muss es um die problemorientierte Forschung gehen, mit der es möglich wird, zu neuen Erkenntnissen und zu einem komplexeren Verständnis des Gesamtentwurfs Anhalt-Dessau um 1800 zu gelangen.
Der biografische Ansatz dient dabei als Klammer: Er kann ein Forschungsfeld eröffnen und strukturieren, das unterschiedliche moderne Fragestellungen aufnimmt und aufeinander bezieht. Biografische Forschung fungiert also als ein Mittel zum Zweck: Ihr Ziel ist es natürlich, Franz von Anhalt-Dessau eine forschungsgesättigte Monografie zu widmen. Denn derzeit fehlt eine Biografie des Fürsten, die das komplexe Wechselspiel von Persönlichkeit und Zeitgeist, von Alltag und epochalem Kulturentwurf, von Gelingen und Misserfolg beschreibt.
Auf diesen Weg will sich der vorliegende Band begeben. Er dokumentiert die Ergebnisse der Jahrestagung der Dessau-Wörlitz-Kommission in Verbindung mit der Kulturstiftung DessauWörlitz »Politik – Kultur – Kommunikation. Neue Forschungen zur Biografie und Lebenswelt des Fürsten Franz von Anhalt-Dessau (1740–1817) in europäischer Perspektive« von 2006.
Der Herausgeber
Holger Zaunstöck, geb. 1967, Historiker, wiss. Mitarbeiter und Dozent an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Vorstandsmitglied der Dessau-Wörlitz-Kommission. Seit 2006 Mitglied der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt.
Pressestimmen
»Insgesamt gesehen ist dem interdisziplinär angelegten, reich bebilderten und preislich günstigen Sammelband zu bescheinigen, dass es eindrucksvoll gelungen ist, innovative Studien zu präsentieren, die im Hinblick auf die Erforschung des Lebens und Wirkens Fürst Franz’ einen gehörigen Schritt nach vorne bedeuten. Wünschenswert ist, dass der vorliegende Band in der Tat den entscheidenden Impuls dafür gibt, in absehbarer Zeit eine moderne Biografie dieses bedeutenden Dessauer Fürsten zu realisieren.«
H-Soz-u-Kult, 2009-1-151
»Schlüssel ist für Zaunstöck das die Impulse der kulturgeschichtlichen Forschung aufnehmende Konzept ›Lebenswelt‹, das statt ›Fakten‹ zeitlich und individuell differente Bedeutungszuschreibungen in Hinblick auf den Fürsten und sein Umfeld unterscheidet sowie deren Wechselbeziehungen mit der Gesellschaft analysiert. Beide Bücher zu Fürst Franz haben neue Quellen be-, vor allem aber altbekannte Deutungsmuster hinterfragt bzw. perspektivisch erweitert. Beide Bücher richten sich darüber hinaus an ein breites Publikum: Sie sind, ohne Abstriche in Qualität und Ästhetik, dankenswerter Weise preiswert gehalten und führen einmal mehr die anhaltende Niveausteigerung des hallischen Traditionsverlages im Bereich geschichtswissenschaftlicher Publikationen vor Augen.«
Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands, Band 54 (2008)
»Eine inhaltlich und bibliophil erfreuliche Publikation.«
Das Historisch-Politische Buch, Heft 4/2009
»Der hallesche Historiker Holger Zaunstöck hat sich dem Projekt verschrieben, wissenschaftliche Vorleistungen für eine große ›forschungsgesättigte Monografie‹ zu erbringen. Der von Zaunstöck herausgegebene, überaus anregend und materialreich gestaltete Sammelband bietet hierzu einige wichtige Beiträge. Zaunstöcks gedankenreicher Aufriss der Fakten- und Problemlage ist der bis auf weiteres gültige strategische Text zur Franz-Forschung.«
Mitteldeutsche Zeitung, 15. Oktober 2008
»Soeben brachte der Hallenser Historiker Holger Zaunstöck einen verdienstvollen Tagungsband über den Fürsten Franz heraus, der vor allem die europaweiten Beziehungen des aufgeklärten Kleinstaats beeindruckend vorführt. Hier entstehen die Voraussetzungen für eine erzählerische Gesamtdarstellung, die hoffentlich bald gewagt wird.«
Süddeutsche Zeitung, 8. Juli 2008
»Alltags- und Kulturgeschichte, Kleinstaat und Europa, Persönlichkeit und Politik - all das wird zu einem großartigen Ganzen verknüpft.«
scientia halensis, 2008
»Der auch von seiner äußeren Aufmachung her ansprechend gestaltete Band stellt eine gelungene Synthese des bisherigen Forschungsstandes dar.«
Zeitschrift für Historische Forschung, 37. Band 2010, Heft 2
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