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1946 Gründung der Mitteldeutschen Verlags GmbH am 27 April auf Initiative der damaligen Provinzialverwaltung der Provinz Sachsen. Verlagszweck: Verlag und Vertrieb des Verordnungsblattes für die Provinz Sachsen und sonstiger Druckschriften sowie der Verlag von Werken privater Autoren.
1947 Das Land Sachsen-Anhalt wird alleiniger Gesellschafter.
1951 Zusammenschluss mit dem Verlagsbereich der Mitteldeutschen Druckerei und Verlagsanstalt GmbH.
1952 Umbenennung in Mitteldeutscher Verlag Halle/Saale.
1958 erscheint Bruno Apitz’ Roman »Nackt unter Wölfen«.
1959 Der Mitteldeutsche Verlag ist Mitveranstalter der ersten Bitterfelder Konferenz.
1963 erscheinen Christa Wolfs Roman »Der geteilte Himmel« und Erik Neutschs Roman »Spur der Steine«.
1975 Veröffentlichung erster Bild-Text-Bände.
1978 Eröffnung der Zweigstelle in Leipzig.
1990 Privatisierung des Verlages durch Management-by-out.
1997 Die neu gegründete Gesellschaft hatte aus der Gesamtvollstreckung den Namen und die Buchbestände des Verlages erworben.
1998 wurden zwei Fachzeitschriften ins Programm genommen. Erfolgreichster Titel: Wilhelm Boegers Roman »Der Leihbeamte«.
1999 erschienen erstmals auch ein Ausstellungskatalog und eine neue historische Fachbuchreihe. Bestseller: Bernd Kaufholz authentische Kriminalfälle Tod unterm Hexentanzplatz.
2000 startete die Publikationsreihe Archivschriften für den Freistaat Sachsen.
2001 Erwerb des Namens, der Buchbestände und der damit verbundenen Rechte der Anhaltischen Verlagsgesellschaft Dessau und Fortführung des Programms als Imprint. Im gleichen Jahr wird die Publikationsreihe Forschungen zur hallischen Stadtgeschichte mit Band 1 ins Leben gerufen. Inzwischen sind zehn Bände lieferbar.
2002 erreicht »Erzählt mir doch nich, dasset nich jeht! Erinnerungen an Regine Hildebrandt« von Kathrin Finke und Rainer Karchniwy Platz 5 in der SPIEGEL-Jahresbestsellerliste.
2003 erscheinen die ersten Hörbücher.
2004 entsteht die Geschenkbuchreihe mdv präsent.
2005 Die Reihen Stadt- und Reiseführer sowie Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert werden gegründet. Das Buch "Der Waldsteig" von Adelbert Stifter in der Gestaltung von Helmut Stabe und Sonja Poll wird mit dem »Förderpreise für junge Buchgestalter 2005« der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet.
2006 wird der Mitteldeutsche Verlag 60 Jahre alt. Im Frühjahr wird das Belletristikprogramm mit neuer deutscher Literatur wiederbelebt. Im Herbst wird eine neue Reihe mit übersetzter Literatur eröffnet: ein Novum im mdv, der sich bisher ausschließlich deutschen Autoren widmete. Der erste Titel der Reihe »Fahrschein bis Minto. Erzählungen aus Indien und Amerika« von Sohrab Homi Fracis, gestaltet von Helmut Stabe, erhält eine Prämierung der Stiftung Buchkunst und wird unter die »Schönsten deutschen Bücher 2006« gewählt.
2007 Die Belletristik hat mit Michael G. Fritz’ »Die Rivalen« den ersten Erfolg: »Die Sprache, deren herbe Musikalität einen nach kurzer Zeit nicht mehr loslässt, ist das Ergebnis der eindrucksvollen erzählerischen Könnerschaft.« (Christian Schärf, Frankfurter Allgemeine Zeitung). »Ein Meister im Entblättern der dunklen Seiten unserer Psyche.« (Udo Scheer, Frankfurter Rundschau). Junge Autoren wie Kirsten Fuchs, Clemens Meyer und Thomas Pletzinger versammelt die Anthologie »zornesrot«. Christopher Eckers Psychoroman »Madonna« wird »Buch des Jahres« des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Manfred Zittel legt neue und viel beachtete Erkenntnisse zu Goethes Leipziger Studienzeit vor. Und mit den Briefen an den amerikanischen Hauptankläger im Nürnberger Prozess Robert H. Jackson werden erschütternde Dokumente zur deutschen Mentalitätsgeschichte veröffentlicht.
2008 Das Frühjahr steht im Zeichen der Erinnerung: Die »Zensurspiele. Heimliche Literaturgeschichten aus der DDR« rufen die nicht ganz so gute alte Zeit wach, die Autobiografie »Die Umerziehung der Vögel« von Hans-Hendrik Grimmling wirft ein Schlaglicht auf die künstlerisch und politisch turbulenten 70er und 80er Jahre der Leipziger Schule und die Autorin Reglindis Rauca erhält für »Vuchelbeerbaamland« den Förderpreis für Literatur, Düsseldorf. Ausgezeichnet: Der Bildband »Die zweite Avantgarde. Das Fotoforum Kassel 1972–1982« erhält den »Deutschen Fotobuchpreis« als Siegertitel in der Kategorie Fotobildbände. Im Herbst erscheinen drei bemerkenswerte Bildbände: »Göttersitz, Edelacker und das Paradies« bietet opulente Fotografien zum Weinbau an Saale und Unstrut von Uwe Jacobshagen, »Lost Places« von Marc Mielzarjewisz hält die marode Industriekultur in Ostdeutschland in Schwarzweiß-Fotografien fest und das Festivalbildertagebuch »Theater der Welt« dokumentiert das bedeutendste Theaterfestival Deutschlands, das 2008 in Halle (Saale) stattfand.
2009 wird natürlich vom 20-jährigen Jubiläum der friedlichen Revolution in der DDR beeinflusst. Im Frühjahr eröffnet der Titel »Ich musste raus. 13 Wege aus der DDR« von Constantin Hoffmann die Rückschau, im Herbst folgen die Bände »Schritte zur Freiheit« (Halle) und »Knüppel, Kerzen, Dialog« (Magdeburg). Der Band »Carl Gustav Friedrich Hasselbach« über den bedeutenden Oberbürgermeister der Elbestadt eröffnet die neue Reihe »Magdeburger Schriften«. Im Kunst-Segment fördert der Verlag mit der Edierung der Bildbände »Antiken der Zukunft« (Detlef Suske), »Geheime Orte« (Johanna Manke) und »Halle-Silberhöhe« (Robert Schlotter) wiederum junge Fotografinnen und Fotografen, die sich hier erstmals einer größeren Öffentlichkeit in Buchform präsentieren können. Mit »Der Würfler« des amerikanischen Autors Luke Rhinehart wird ein absoluter Kultroman der 70er Jahre nach längerer Zeit wieder dem deutschen Lesepublikum zugänglich gemacht.
2010 werden nach dem Erfolg des Bildbandes »Lost Places Halle« von Marc Mielzarjewicz mit »Lost Places Leipzig« und »Lost places Beelitz« zwei weitere Bücher mit Schwarzweißfotografien nachgelegt. Auf der Leipziger Buchmesse präsentiert sich der Mitteldeutsche Verlag mit dem »schönsten Stand des Frühjahrs« (Mitteldeutsche Zeitung): Mit Hilfe von 15.000 Bleistiften haben ihn Johannes Albert (Berlin) und Helmut Stabe (Halle) gestaltet. Im Herbstprogramm gibt es mit Sven Marquardts »zukünftig vergangen« die Wiederentdeckung eines unangepassten Kunstfotografen der Vorwendezeit. Mit dem Bild-Text-Band »Schlösser und Burgen in Sachsen-Anhalt« sowie den Reiseführern »Erfurt« und »Burgen in Sachsen-Anhalt« ist der Mitteldeutsche Verlag u.a. in seinem regionalen Segment aktiv. Eine editorische Großleistung ist die Ausgabe der zweibändigen »Originalen Tagebücher der Fürstin Louise Henriette Wilhelmine von Anhalt-Dessau«, die von der Kulturstiftung DessauWörlitz betreut wird. Zum Ende des Jahres erscheint erstmals ein gesonderter Fachbuchkatalog, der auf die erreichte Vielfalt dieses Programmteils reagiert. Die hier veröffentlichte Dissertation »Was bleibt von der Stadt der Bürger?« von Katrin Minner wird mit dem Preis der österreichischen Stiftung PRO CIVITATE AUSTRIAE für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten zum Thema vergleichende Stadtgeschichte 2010 ausgezeichnet.
2011 punktet der Verlag zur Frühjahrsmesse wieder mit seinem Bleistiftstand, der die Besucher diesmal noch durch zusätzliche Blumenarrangements bezaubert. Das Thema DDR-Geschichte steht im Sachbuchbereich an der Spitze. »Endstation Bautzen« und »Erziehung hinter Gittern« berichten von den Zuständen in Gefängnissen und Jugendwerkhöfen der DDR. Der britische Historiker Bill Niven stellt die Geschichte und Erinnerungskultur zum Untergang der »Wilhelm Gustloff« im Jahr 1945 vor. Bewegende Erinnerungen enthält das Buch »Ein recht mutiges Herz« von Lore Pfeiffer-Wentzel, der Schwiegertochter des von den Nazis hingerichteten Carl Wentzel. Im regionalen Bild-Text-Band-Segment erscheint u.a. der Titel »Katzensprung und Goldener Wagen« zum Weinbau in Sachsen. Bei den Kunst-Bildbänden gibt es mit »sehenden Auges« von Thomas Steinert und »Meine graue Stadt« von Norbert Vogel zwei Reminiszenzen an die Messestadt Leipzig in der DDR-Zeit. im Belletristikbereich werden u.a. Ralf Eggers’ »Nesselkönig« und Andreas H. Apelts »Sieben Kraniche« vorgestellt.
Am 27. März wird der Katalog »Edmund Wodick (1816–1886). Ein Magdeburger Maler des späten Biedermeier« anlässlich der Ausstellungseröffnung im Kulturhistorischen Museum Magdeburg präsentiert. Die TV-Dokumentation »DDR ahoi!«, deren Begleitbände im Mitteldeutschen Verlag erscheinen, wird am 1. April mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.
2012 präsentiert der Verlag auf der Leipziger Frühjahrsmesse u.a. einen Bildband von Herbert Schulze über Udo Lindenberg, Fotografien von Siegfried Wittenburg („Leben in der Utopie“) und Jürgen Schadeberg („Great Britain 1964–1984“), die Erinnerungen der Skispringerlegende Hans-Georg Aschenbach, den von der Kritik hoch gelobten Roman „Fahlmann“ von Christopher Ecker und die Biographie des von der Stasi verfolgten Lyrikers Günter Ullmann von Udo Scheer. Zudem gelingt mit Dieter Bubs „Begegnungen mit Joachim Gauck“ der Coup, das aktuellste Buch zum frischgebackenen Bundespräsidenten auf der Messe vorzulegen.
Erich Loest kehrt im Frühjahr wieder zum Mitteldeutschen Verlag zurück. Von 1952 bis zu seiner Ausreise 1981 waren seine Titel bereits hier erschienen. Der Verlag übernimmt den Vertrieb eines Großteils von Loests Werken. Im Herbstprogramm erscheint mit der Neuauflage des Karl-May-Romans „Swalow, mein tapferer Mustang“ nach 31 Jahren wieder ein Loest-Titel beim Mitteldeutschen Verlag.
Im September schließt sich der Verlag mit fünf weiteren regionalen Verlagen zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen. Unter dem Namen Regionalbuch AG möchten die Verlage im Buchhandel und bei Endkunden das Bewusstsein dafür schärfen, dass Bücher zu Themen aus der Region große Chancen bieten, sich in der Medienkonkurrenz mit dem Buch zu profilieren.
Im Herbstprogramm erweitern u.a. „Schöne Grüße aus der DDR“ von Dietmar Riemann, „Indien. Alltag“ von Angelika Stellzig und „Zu Besuch in Deutschland 1942–2012“ von Jürgen Schadenberg das Bild-Band-Portfolio des Verlages. Das Schaffen des international renommierten bildenden Künstlers Bernd Göbel wird mit den Bänden „Medaillen“ und Plastiken“ erstmals erschöpfend für diese Gebiete vorgestellt. Die erfolgreiche Reiseführer-Reihe wird u.a. mit den Titeln „Hildesheim“ und „Braunschweig“ erweitert. Im Belletristiksegment erscheint neben anderen der Roman „Adriana lässt grüßen“ von Michael G. Fritz. Der Journalist Roman Grafe stellt in seiner spannenden Biografie „Mehr Licht“ den deutschen Industriepionier und Menschenfreund Franz Itting vor. Mit dem Band „Repression, Haft, Geschlecht“ zur Magdeburger MfS-Untersuchungshaftanstalt von Alexander Bastian wird die neue Wissenschaftsreihe „Studien zur Geschichte und Kultur Mitteldeutschlands“ eröffnet. Mit der Veröffentlichung des „Magdeburger Kammeratlas“ und des Reisejournals „Die Grand Tour des Fürsten Franz von Anhalt-Dessau“ finden zwei bedeutende Quelleneditionen ihren erfolgreichen Abschluss.
Im Oktober wird ein Kooperationsvertrag mit dem Verein „Studium Hallense e.V.“ geschlossen, dessen Publikationen nunmehr durch den Mitteldeutschen Verlag vertrieben werden.
Autor André Schinkel erhält den von den Städten Leuna und Merseburg gestifteten Walter-Bauer-Preis 2012 – einer der renommierten mitteldeutschen Literaturpreise – zugesprochen. Das Kunstbuchprojekt „Ich war Lisa. Geburtstagsmonolog/Ich war Sigi. Totenmonolog“ von Klaus Elle und der Bildband “Zu Besuch in Deutschland 1945–2012" von Jürgen Schadeberg erlangen beim Deutschen Fotobuchpreis das Prädikat “Nominiert 2013".
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