Krüger, B./Krüger, K. (Hg.): Ich, Hans von Waltheym

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Verkaufspreis24,00 €

BESCHREIBUNG

Birte Krüger/Klaus Krüger (Hg.)
Ich, Hans von Waltheym
Bericht über eine Pilgerreise im Jahr 1474 von Halle in die Provence
Forschungen zur hallischen Stadtgeschichte, Bd. 21

296 Seiten, geb., 148 x 210 mm, mit s/w-Abb.
ISBN 978-3-95462-367-9

Erschienen: November 2014

 

Bericht über eine Pilgerreise im Jahr 1474 von Halle in die Provence

Im Februar 1474 brach der Ratsherr Hans von Waltheym aus Halle an der Saale in Begleitung eines Knechts zu einer Reise auf, die ihn durch Süddeutschland und die Schweiz bis nach Südfrankreich führte. Erst nach über einem Jahr sollte er in seine Heimat zurückkehren. Die Erlebnisse unterwegs hielt er in einem Reisetagebuch fest, in dem er noch unterwegs die berührten Orte und Städte, Wirtshäuser mit Übernachtungsmöglichkeit, profane und geistliche Sehenswürdigkeiten notierte. Darüber hinaus notierte er Namen und Stand vieler Personen, mit denen er unterwegs in Kontakt kam.
Ziel der Pilgerfahrt war das Heiligtum der Maria Magdalena in Saint-Maximin (Provence). Hier werden bis heute die Reliquien der Heiligen verehrt, die im Mittelalter als bekehrte Sünderin und Begleiterin Christi galt. Einer der längsten Abschnitte seines Berichtes ist Waltheyms Besuch bei dem „Lebenden Heiligen“ Nikolaus von Flüe gewidmet, der als Einsiedler in der Wildnis beim schweizerischen Kerns lebte. Diese sehr lebensnahe Schilderung, in der u.a. Aussehen und Verhalten des Eremiten detailliert beschrieben werden, stellt den vermutlich ausführlichsten zeitgenössischen Bericht über den berühmten „Bruder Klaus“ dar.
Ungewöhnlich an diesem Reisebericht ist der für die Zeit sehr persönliche Charakter der Darstellung. Waltheym äußert, weitgehend frei von Konventionen, seine eigenen Ansichten über das Erlebte. Dabei interessieren ihn sakrale, aber auch profane Legenden; er glaubt nicht nur an die Wundertaten der Heiligen, sondern auch an Drachen, Basilisken und andere Ungeheuer.
Die Herausgeber bieten nach einer Einführung zur Reisebeschreibung eine parallele Ausgabe mit dem transkribierten Originaltext und einer hochdeutschen Fassung. Anmerkungen, ein Glossar, ein Itenear sowie ein Orts- und Personenindex ergänzen den Band, der sich sowohl an Wissenschaftler wie interessierte Laien richtet.

Herausgeber

Birte Krüger, geb. 1963, Studium der Geschichte in Moskau, 1987 Diplom. 1999 Ausbildung zur Beraterin für Public Relations in Heidelberg, anschließend Tätigkeit als PR-Beraterin in Frankfurt am Main, Leipzig und Merseburg.

Dr. Klaus Krüger, geb. 1960, Studium der Geschichte, Germanistik, Ur- und Frühgeschichte in Kiel. 1994 Promotion, 2001 Habilitation in Jena für die Fächer Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften. Seit 2002 Leiter der Abteilung für Historische Hilfswissenschaften am Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, seit 2009 apl. Professor.

Inhalt

Geleitwort…9
Vorwort…11
Einleitung…13
Transkription und Übersetzung des Reiseberichts…38
Itinerar…257
Glossar…261
Quellen und Literatur…263
Register…284
Geografisches Register…284
Personenregister…290
Register der heilsgeschichtlichen und sagenhaften Personen…294

PRESSESTIMMEN

»Birte und Klaus Krüger haben den Text nach der Vorlage zuverlässig und behutsam modernisierend neu ediert. Die mittelhochdeutsche Sprache wurde gelungen den verschiedenen Situationen des Sprechaktes angepasst ins Neuhochdeutsche übertragen.«
Gerhard Fouquet, Jahrbuch für Regionalgeschichte, Band 33. 2015

»Die Edition ist in einer Reihe des Vereins für hallische Stadtgeschichte erschienen, der damit eines der seltenen Zeugnisse bürgerlicher Schriftlichkeit aus dem vorreformatorischen Mitteldeutschland in einer schönen Ausgabe zugänglich gemacht hat.«
Enno Bünz, Archiv für Reformationsgeschichte, Jahrgang 44.2015

»Der besondere Wert des Buches liegt vor allem in der Prüfung, Korrektur und erneuten Transkription sowie erstmaligen kompletten Übertragung der mittelniederdeutschen Handschrift ins Neuhochdeutsche. Somit ist der Anspruch voll und ganz erfüllt, den bemerkenswerten Pilgerbericht einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.«
Frank Meier, Zeitschrift für Historische Forschung, 43.2016, Heft 2