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Alisjahbana, Sutan Takdir: Verlieren und gewinnen

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Verkaufspreis26,00 €
Produkt Verfügbarkeitsdatum: 05.12.2017

Sutan Takdir Alisjahbana
Verlieren und gewinnen
Deutsch von Heinrich Seemann
Bibliothek der Entdeckungen, Bd. 12
Roman

ca. 600 S., geb., 130 × 210 mm, mit Illustr.
ISBN 978-3-95462-916-9

ET: Dezember 2017


Ein Klassiker aus Indonesien – Erstmals auf Deutsch

Das epische Drama, das während des Zweiten Weltkriegs in Asien spielt, erzählt die Geschichte des japanischen Offiziers Okura, des indonesischen Nationalisten Hidayat und der deutsch-schweizerischen Humanistin Elisabeth. Alisjahbana gelingt es, die große Geschichte im Kleinen und die kleinen Geschichten im Großen widerzuspiegeln. Es geht um Krieg und Frieden, um Liebe und Tod, um den Kampf für die Unabhängigkeit Indonesiens gegen Japan und die frühere Kolonialmacht Niederlande. Es entsteht ein Bild der indonesischen Gesellschaft während des Zweiten Weltkriegs, in dem neben antijapanischen Rebellen, neben traditionellen Muslimen und anderen eher nach Westen hin orientierten Indonesiern auch die Hüter altjavanischer Traditionen und Mythen ihre Rolle spielen. Annäherung und Entfremdung zwischen europäischer, japanischer und javanischer Kultur sind das Thema. Ein Ringen um Menschenrechte, Demokratie und Freiheit. Ein Buch, wie es in seiner Grundaussage in der heutigen Zeit kaum moderner sein könnte.


Sutan Takdir Alisjahbana wurde am 11. Februar 1908 auf Sumatra geboren. Der Philosoph, Linguist, Romancier und Lyriker war einer der bedeutendsten Intellektuellen Indonesiens, Begründer der ersten modernen Literaturzeitschrift seines Landes, Mitglied des ersten Parlaments (1945–49), Professor und Universitätsrektor und Begründer des modernen Indonesisch. Nach dem Tod seiner beiden ersten Ehefrauen war er mit der deutschen Journalistin Margret Axer verheiratet. Er starb am 17. Juli 1994 in Jakarta.


Als der letzte Ton verklungen war, hatte sich Fujiko zu ihm gedreht und gefragt: »Katsuhiko! Viele meiner Freundinnen sprechen über dich. Hast du keine Lust, dich in eine von ihnen zu verlieben?«
»Ach, hör doch damit auf, Fujiko!«, hatte er gesagt.
»Aber es ist doch wahr. Hast du denn nie gesehen, wie Chie dich anguckt und bewundert? Wenn du hören könntest, wie sie über dich spricht! Sie würde ausgezeichnet zu dir passen. Sie ist ein lebhaftes und schönes Mädchen.«
»Ich bin doch Soldat, Fujiko. Wie kann ich denn da ans Heiraten denken?«
Als ob sie nichts gehört hätte, sprach Fujiko weiter: »Wenn du dir nichts aus Chie machst, was ist mit Sotoko? Sie ist was ganz Besonderes. Sie spielt gut auf der Shamisen und ist perfekt im Ikebana. Du brauchst sie nur zu fragen und sie wird sofort Ja sagen.«
»Ach Fujiko, red doch nicht so! Ich sagte dir doch schon, dass ich Soldat bin. Ich bin mit dem Tod verlobt und habe nicht das Herz, ein Mädchen zu einer leidenden jungen Witwe zu machen!«
Fujikos Miene war ernst geworden, als sie ihm antwortete: »Katsuhiko! Du verstehst nichts vom Herzen eines japanischen Mädchens. Auch ein japanisches Mädchen ist mit dem Tod verlobt. Warum machst du dein Herz so hart? Unwillig zur Liebe und Zärtlichkeit und unfähig, die Liebe einer Frau zu verstehen!«